Falter anlocken

Jede Schmetterlingsart stellt vielfältige, artspezifische Ansprüche an die Eigenschaften ihrer Umwelt. Nur wenn diese erfüllt sind, können die Tiere überleben.
Eine der wichtigsten Bedingungen für die Verbreitung ist das hinreichende vorhandensein von Nahrungspflanzen, und zwar für Falter und Raupen gleichermaßen.

Während manche Arten viele Nahrungspflanzen annehmen und eine weite Verbreitung finden,
sind etliche Arten auf wenige oder nur eine einzige Nährpflanze angewiesen.
Sie sind somit auch in ihrer Verbreitung beschränkt.
Zwingend erforderlich sind in vielen Fällen spezielle Landschaftsstrukturen.

Bei den verschiedenen Schmetterlingsarten unterscheidet man zwischen standorttreuen,
so genannten Einbiotop-Bewohnern und Biotopkomplex-Bewohnern,
die den „Raupenplatz“ verlassen
und die mehrere unterschiedliche Biotope bewohnen können und darin wie Einbiotop-Bewohner leben.

Widderchen

Schmetterlinge besiedeln nahezu sämtliche
Biotoptypen von Wäldern, Trockenrasen, Wiesen, Feuchtgebieten und Ruderalfluren bis hin zu Parks und Gärten


wer fliegt wann ?

Januar / Februar

überwintern unsere Falter noch.
Jede Art hat ihre eigene Strategie diese kalte und nahrungsarme Zeit zu überdauern.
Manche Schmetterlinge überwintern als Falter wie z.B. (Zitronenfalter, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge).

Andere als Ei (Nierenfleck-Zipfelfalter) oder als Puppe (Landkärtchen, Schwalbenschwanz, Segelfalter).

Manche als Raupe (Großer Schillerfalter, Kleiner Feuerfalter, Schachbrett).

März / April

tauchen nach den Schmetterlingen, die als Falter überwintert haben, der Aurorafalter und das Landkärtchen als weitere Frühlingsboten bei uns auf. Diese Arten haben als Puppe überwintert.

Aufgrund der steigenden Temperaturen schlüpfen jetzt die Falter.
Der Kleine Fuchs und der C-Falter sind da schon einen Schritt weiter, sie beginnen bereits mit der Balz und wenig später mit der Eiablage.

Mai / Juni

ist der Aufbruch, jetzt kann man überall Schmetterlinge beobachten.
Den Segelfalter und den Schwalbenschwanz findet man beim Hilltopping auf südexponierten Bergkuppen.

Der Grüne Zipfelfalter (Brombeer-Zipfelfalter),
der Kleine und der Große Kohlweißling kommen spätestens jetzt dazu.
Auf blumenreichen Wiesen findet man jetzt viele verschiedene Arten.
Auf ungemähten Wiesen mit violetten Blumen, wie z.B. der Flockenblume, findet man jetzt das Schachbrett.

Juli / August

startet der Sommer durch. Kleiner Fuchs, das Tagpfauenauge und der Schwalbenschwanz sind schon in der zweiten Generation unterwegs.

Jetzt sind die Luzerne- und die Kleefelder für Schmetterlingsfans interessant.
Dort findet man das Tagpfauenauge, die Goldene Acht, den Admiral, den Kleinen Fuchs aber auch den Kleinen Perlmutterfalter und viele Bläulinge.

Im Garten sind ebenfalls viele Falter an Schmetterlingsflieder zu beobachten.

September / Oktober

muss man schon etwas länger suchen, um noch Schmetterlinge beobachten zu können.

Auf den Kleefeldern und im Garten z.B. auf Sonnenhut sind noch Falter unterwegs, so auch der Distelfalter oder sehr späte Exemplare des Schwalbenschwanzes.

Weiterhin findet man noch den Kleinen Feuerfalter und verschiedene Bläulinge.

November / Dezember


Das Schmetterlingsjahr ist zu Ende und man kann jetzt eigentlich Falter nur noch in ihren Winterquartieren beobachten.

Tagfalter sind Indikatoren

    Schmetterlinge reagieren sehr empfindlich
    und schnell auf Veränderungen in ihrer Umwelt und sind deshalb hervorragende Indikatoren für den Zustand der Landschaft und der biologischen Vielfalt.

    Die Tagfalter fungieren gewissermaßen als Frühwarnsystem.

    Aufgrund der oft ausgeklügelten Ansprüche verschwinden sie bei Beeinträchtigungen ihres Lebensraumes rasch aus der Landschaft.

Tagfalter sind überall

    Tagfalter begegnen uns in ganz verschiedenen Lebensräumen, selbst auf Blumenrabatten im Zentrum von Großstädten.

    Dennoch sind viele Tagfalter an bestimmte Lebensräume gebunden.

    Apollofalter

Schutz der Schmetterlinge

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist ein vielfältiger, bunter Garten, denn die verschiedenen Lebensstadien einer Schmetterlingsart sind oft auf unterschiedliche Pflanzen und Standorte angewiesen.

Die meisten Schmetterlingspflanzen wachsen am besten auf mageren, also nährstoffarmen Böden.

      


hier noch ein paar hilfreiche Tipps

Biologisches gärtnern

Die schönsten Wiesen in der Natur findet man dort, wo nie Dünger hingekommen ist. Ein nach biologischen Kriterien bewirtschafteter Naturgarten bietet Lebensraum sowohl für Schmetterlinge, als auch für zahlreiche andere Insektenarten und Vögel.

Fördern Sie die Bodenfruchtbarkeit mit Kompost und Mulch, und verzichten Sie möglichst auf andere Dünger und Torfprodukte. Wenden Sie im Bedarfsfall alternative Schädlingsbekämpfungsmittel an, achten Sie auf eine hundertprozentige biologische Abbaubarkeit.

Darauf sollten Sie achten

Die meisten einheimischen Schmetterlinge sind auf einheimische Wildpflanzen als Nektarspender und als Raupennahrung angewiesen.
Verzichten Sie daher möglichst auf exotische Pflanzenarten.

Beim Kauf von einheimischen Pflanzen sollte beachtet werden, dass sie wirklich der Wildform entsprechen. Stark züchterisch veränderte Arten (z. B. mit gefüllten Blüten) bieten oft viel weniger Nektar.

Nicht jeden Grashalm herausreissen

Möglichst vielfältige Lebensräume schaffen und wo immer möglich,
etwas Wildnis im Garten tolerieren.
Ein "glatter" Garten ist fast immer gerne gesehen, aber er hilft den Faltern und Insekten nicht.

Ein Kräuterbeet

Im Kulturgarten finden sich Beerenstauden, Gemüsebeete und blühende Kräuter als Nahrungsquelle für einige Raupen und Falterarten.

Nektarspendende Küchenkräuter wie Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian, Oregano blühen lassen.

Blumen für die Gartenwiese

Eine kleine Liste für eine blumenreiche Wiese:
magerer, trockener Boden:
Silberdistel, Elfenkrokus, Glockenblume, Grasnelke, Wiesenmagerite.
feuchter Boden:
Blutweiderich, Frühlingskrokus, Gundermann, Märzenbecher, Trollblume, Wieseniris, Wiesenschaumkraut, Prachtnelke.
leicht feuchter Boden:
Gänseblümchen, Herbstzeitlose, Margerite, Wiesenflockenblume, Johanniskraut, Weißklee,Wiesenkerbel, Zittergras, Wiesenglockenblume, Große Bibernelle.

Mahd der schönen Blumenwiese

Als Grundregel sollte gelten, daß einmal um Pfingsten ( Juni ) gemäht werden sollte und ein zweitesmal Anfang Oktober.

Eine blumenreiche Wiese, selten und nicht die ganze Fläche auf einmal gemäht, bietet sowohl Nektar für Falter als auch Platz für Eiablage und Nahrung für Raupen.

Ohne Raupen keine Schmetterlinge

Damit die bunten Falter nicht nur vorbeiflatternde Gäste bleiben, muss auch den Raupen genügend Nahrung geboten werden.

"Eine kleine Wildnis" mit Brennnesseln und Disteln ist Wiege und Nahrungsquelle für viele einheimische Schmetterlinge.

Ein schöner Balkon

Auch der beschränkte Platz auf dem Balkon lässt sich mit wenig Aufwand schmetterlingsfreundlich gestalten.

In Töpfen und Schalen gedeihen viele nektarspendende Pflanzen, die vorüberflatternde Gäste anlocken können.
Lassen Sie die Küchenkräuter blühen. Ihre nektarreichen Blüten sind bei Schmetterlingen besonders beliebt.